TWIN4TRUCKS: Digitale Technologien für die Lkw-Produktion von morgen
Wie digitale Innovationen die Nutzfahrzeugproduktion effizienter und mitarbeiterfreundlicher machen können, zeigt das Forschungsprojekt TWIN4TRUCKS zum Projektabschluss im Mercedes-Benz Werk Wörth. Ein Konsortium aus Forschung und Industrie, bestehend aus der Daimler Truck AG, der SmartFactory-KL, dem Deutschen Forschungszentrum für künstliche Intelligenz (DFKI), Eviden, Infosys und der PFALFKOM GmbH, hat dort praxistaugliche Lösungen rund um 5G, Künstliche Intelligenz und Digitale Zwillinge direkt in der laufenden Produktion demonstriert.
Im Mittelpunkt standen Technologien, die einen durchgängigen digitalen Datenfluss ermöglichen und Mitarbeitende in Montage, Logistik und Qualitätssicherung gezielt unterstützen. So wurde prototypisch veranschaulicht, wie digitale Assistenzsysteme Werker an der Linie automatisch mit den passenden Montageinformationen versorgen, während Ortungstechnologien Betriebsmittel zuverlässig lokalisieren. Manuelle Scan- und Buchungsprozesse werden dadurch weitgehend überflüssig.
Ein weiteres zentrales Ergebnis des Projekts ist der Einsatz von KI in der Qualitätssicherung. Kamerasysteme erkennen beispielsweise den Status von Verschraubungen oder die korrekte Laufrichtung von Reifen und unterstützen die manuelle Sichtprüfung. Das entlastet Mitarbeitende und erhöht gleichzeitig die Prozesssicherheit.
Auch in der Logistik zeigt TWIN4TRUCKS großes Potenzial: Flurförderzeuge können Materialbewegungen automatisiert erfassen, während Ortungssysteme in der Montage relevante Informationen genau dort bereitstellen, wo sie benötigt werden. Gerade in der hochvariantenreichen Lkw-Produktion trägt dies dazu bei, Komplexität zu beherrschen und die Wertschöpfung zu stärken.
Darüber hinaus wurden technologische Grundlagen für zukünftige Anwendungen erprobt – darunter der Einsatz von 5G im industriellen Umfeld, der Digitale Faden zur Vernetzung aller Anlagen über Digitale Zwillinge, sowie ein Gaia-X-konformer Datenraum für den sicheren, unternehmensübergreifenden Austausch von Produktions- und Geschäftsdaten.
„Mit TWIN4TRUCKS haben wir gezeigt, wie sich Forschungsergebnisse direkt in die industrielle Praxis überführen lassen“, sagt Christian Vollmer, technisch-wissenschaftlicher Projektkoordinator am DFKI. Das Projekt verdeutliche, welches Potenzial in der engen Zusammenarbeit von Industrie und Forschung für die vernetzte Fabrik der Zukunft liege.
TWIN4TRUCKS wurde im Rahmen des Konjunkturpakets 35c vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie sowie der Europäischen Union gefördert. Ziel des Projekts war es, durchgängige Digitalisierungslösungen für Produktion, Logistik und Qualitätssicherung in der Nutzfahrzeugindustrie zu entwickeln und praxisnah zu erproben.






